Philae, du Schlafmütze!

Philae, du Schlafmütze!

Philae, diese alte Schlafmütze versteckt sich irgendwo auf Tschuri und döst vor sich hin.

Wie lange noch? Wann wacht der kleine Lander wieder auf? Und wo ist er überhaupt?

Philae, wo bist du?

Wie aufmerksame Leser dieses Blogs oder des offiziellen ESA-Rosetta Blogs (englisch) wissen, hatte Philae kleinere Schwierigkeiten bei der Landung.

Philae’s Freude über das Erreichen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko war einfach zu groß. Die Freudensprünge des Kleinen führten dazu, dass man bis heute – fast 3 Monate nach der Landung  – nicht genau weiß, wo Philae herumhängt.

Warum findet man Philae nicht?

Mit Hilfe des CONSERT Instrumentes konnte man den Bereich, innerhalb dem man nach Philae suchen muss, auf einen Streifen von etwa 350x30m einschränken.

Ein Hauptproblem bei der Suche ist, dass man für Rosetta (die Raumsonde, die nach wie vor ihre Kreise um den Kometen zieht), die Flugbahn auf die ursprüngliche Landeposition des Landers ausgelegt hat. Dadurch wäre eine optimale Kommunikation zwischen Lander und Sonde gewährleistet gewesen.

Blöd nur, dass Philae durch seine Hopserei sich nun aber eben woanders befindet.  Und die Sonde über Gelände fliegt, wo niemand  ist. Zumindest nicht Philae 😉 .

Detektivische Suche

Über die Landung von Philae weiß man einiges. So kennt man die Zeitpunkte, zu denen der Lander den Boden berührt hat, und dass er sich ein einige Male gedreht hat.

Anhand der OSIRIS Kamera an Board der Sonde hat man allerdings bisher erfolglos die Oberfläche des Komenten abfotografiert. Keine Spur von Philae.

Erschwerend kommt nämlich hinzu, dass die Lichtverhältnisse, um ein aussagekräftiges Foto zu schießen, nur in einem recht engen Zeitfenster gut genug sind. Man muss nämlich die Reflexionen des Solarpanels von Philae nutzen, um Philae auf einem Foto aus etwa 20km Entfernung erkennen zu können.

Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
ESA Rosetta – Suche nach dem Lander
Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Bei der Auflösung der Kamera ist der Lander dann gerade einmal 3×3 Pixel groß. Und Gegenstände, die 3×3 Pixel groß sind, gibt es genug, da auf der Oberfläche des Kometen Tschuri auch sehr viele Steine herumliegen.

Nächste Chance am 14. Februar

Am 14. Februar fliegt Rosetta sehr nah über die Oberfläche des Kometen – nämlich in nur 6km Höhe. Zudem sollte die Umlaufbahn auch im Hinblick auf den Schatten, den die Sonde auf den Kometen wirft, eine gute sein.

Die Mission sah einfach eine Suche nach dem Lander nicht vor, so ESA’s Rosetta Wissenschaftler Matt Taylor.

Es sei auch nicht notwendig, zu wissen, wo Philae ist, um später erneut Kontakt aufzunehmen. Aus diesem Grund will man auch die Flugbahn von Rosetta nicht ändern, die für Monate im Voraus geplant wurde.

Lasst den Kleinen also ruhig in seinem Versteck liegen und noch eine Weile vor sich hindösen 🙂 .

Und wann wacht Philae nun auf?

Genau kann das niemand sagen, da man nicht genau weiß, in welcher Lage sich Philae nun exakt befindet. Man rechnet frühestens Ende März, eher aber erst im Mai/Juni 2015 mit einem möglichen Aufwachen.

Es kann auch sein, dass Philae die niedrigen Temperaturen in seiner aktuellen Position nicht überlebt hat.

Es bleibt also spannend!

Details zur OSIRIS Kamera findet man übrigens in diesem, sehr interessanten, Blog-Beitrag:
Auf der Suche nach dem Lander Philae: Interview mit dem Entwickler von Rosettas Kamera

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