Ich hasse meinen neuen PC

Ich hasse meinen neuen PC

Die meisten werden sich ungemein freuen, wenn sie einen neuen PC bekommen (oder kaufen), aber ich hasse meinen neuen PC!

Dass muss er aber nicht persönlich nehmen, denn genau genommen kann er ja nichts dafür, dass er quasi nackt zu mir ins Haus kommt. Wie eben jeder neue PC.

Ein eingespieltes Team

Mein alter PC und ich waren (und sind noch immer) ein eingespieltes Team. Jedes Programm an seinem Platz, sauber konfiguriert und über die Jahre hin mittels zahlreicher, kleinerer Anpassungen perfekt auf meine Arbeitsweise abgestimmt.

Alle Daten, wo sie hingehören – man bedient das Ding mehr oder weniger im Schlaf.

Klar, mit über 10 Jahren hat der Alte für einen PC schon viele Jahre auf dem Buckel. Beinahe zu viele, wie mir der Ausfall des Netzteiles kürzlich klar vor Augen geführt hat.

10 Jahre sieht man dem PC kaum an ...
10 Jahre sieht man dem PC schon etwas an …
... mir aber auch nicht :)
… mir aber nicht 🙂

Dass man mit dem Alter immer langsamer wird, weiß ich von mir selbst. Zumindest, wenn es um sportliche Belange geht. Mein Kopf spielt schon noch sehr gut mit, wenn es um das Erlernen neuer Technologien geht. Und für alle, die das in Zweifel stellen, wenn sie einen in Kürze 50 jährigen Mann als Entwickler vor sich sehen – das mache ich locker mit Erfahrung alles wett.Das erkennt man nur nicht auf den ersten Blick.

Darum hat es mich nicht allzu sehr gestört, dass mein alter PC immer langsamer wurde und dass ich bei manchen Aktionen etwas Geduld mitbringen musste. Und wie sich der Mensch durch Sport und geistige Betätigung über die Jahre recht gut fit halten kann, kann man einen PC durch den Einbau zusätzlichen Speichers oder einer SSD Harddisk auch ganz gut in Schuss halten.

Als aber dann nach dem Ausfall des Netzteiles auch noch ein Lüfter zu klackern begonnen hat und mir die Worte eines Bekannten von mir („Was? Zehn Jahre? Ein Wunder, dass der überhaupt noch läuft!“) immer wieder durch den Kopf gingen, habe ich es dann eben getan und bin meinem alten PC mehr oder weniger untreu geworden und haben mir einen neuen bestellt. Widerwillig allerdings, weil ich es ganz und gar nicht mag, ein fein säuberlich aufgesetztes System in Rente schicken zu müssen. Ich hasse das Kaufen eines neuen PCs. Wirklich!

Völlig nackt

Und jetzt steht er vor mir. Und wie es für einen neuen PC ganz normal ist, völlig nackt. Okay, fast. Ein mittlerweile etwas veraltetes Betriebssystem (Win 7) mit Upgrade Option auf die neueste Version (Win 10) war schon drauf.

Und um jetzt nicht wie ein alter Großvater ewig lange Geschichten zu erzählen, kurz zum Grund, warum ich meinen neuen PC hasse – was ich jeden neuen PC zu Beginn tue: es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis alles wieder so läuft, wie man es gewohnt ist!

Und irgendetwas geht dabei auch immer schief, wenn man um die 50-70 Programme neu aufsetzen muss. Bzw. dies im Laufe der nächsten Wochen nach und nach immer wieder tun muss, weil man irgendein Tool / Plugin / kleines Helferlein vergessen hat oder einfach keinen Bock hat, alles gleich auf einmal zu installieren.

Alles startet mit dem Betriebssystem-Update, Office und insbesondere das Mailprogramm am neuen PC aufsetzen, ohne alle alten Mails zu verlieren. Alle Konten neu einzurichten zu müssen, weil es selbst die modernsten Mailprogramme scheinbar einen Dreck kümmert, Optionen für eine möglichst einfache Übersiedlungsaktion zu bieten, empfinde ich als doch etwas mühsam. Wie blöd war ich  nur, nahezu bei jeder meiner Domains ein eigenes Postfach – nein sogar mehrere – einzurichten? Aufgeteilt in nicht löschen / possible spam und spam, um zu erkennen, wer nur behauptet, die Mailadressen selbstverständlich nicht an Dritte weiterzugeben. Das ein oder andere Mailkonto musste nun dran glauben. Habe es durch eine schnöde Weiterleitung überflüssig gemacht. In 10 Jahren will ich nämlich weniger Konten neu anlegen müssen 🙂 .

So manches Programm lässt sich am neuen PC nur sehr widerwillig installieren. Wo ist nur dieses verdammte Lizenzfile und warum will es das Programm nun pardout nicht mehr akzeptieren? Mein alter PC ist mit Windows XP ins Leben gestartet und hat das ein oder andere Betriebssystem-Update bis Windows 10 brav mitgemacht, wie alle installierten Programme auch. Aber das ein oder andere Programm wehrt sich wie Sau, wenn man es nun direkt auf Windows 10 installieren will.

Ganz davon zu schweigen, dass so etwas wie Musik-Playlists, letzte geöffnete Dateien bei Programmen und vieles mehr ohnehin allesamt verschütt gehen.

Lokale Entwicklungsumgebung

Auch die lokale Entwicklungsumgebung samt lokalem Apache-Server (local-horst 🙂 ), Datenbank und PHP samt Debug-Möglichkeit meiner Lieblings-IDE Netbeans neu aufzusetzen, verschlingt viel Zeit. Vor allem, weil ich zusätzlich auch noch von WAMP wegkommen will und in Zukunft auf Vagrant powered development setzen werde. Wenn ich schon etwas neu aufsetzen muss, dann zumindest nicht hirn- und gedankenlos. Mit dem guten Gefühl, am Ende wenigstens eine etwas besseres System zu haben!

Aber das gehe ich wohl erst nächstes Wochenende an, denn ich wurde beim nächsten Punkt etwas aufgehalten…

Privates / Daten

Unzählige Gigabyte an Daten (Fotos, MP3s und Dokumente) einfach blind auf den neuen PC zu kopieren, widerstrebt mir ebenfalls.

Und so vergehen sehr viele Stunden mit dem Sichten alter Fotos meiner Kids und der Urlaube der letzten Jahre. Von Konzerten, alten Freunden (bitter – so mancher davon viel zu jung verstorben), ehemaliger Arbeitskollegen. Das macht teilweise recht emotional.

So hat das Aufsetzen des neuen PCs doch auch etwas Positives. Dafür liebe ich meinen neuen PC. Und den Rest bekommen wir auch noch hin! 🙂

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