26. Artikel in Making Games

Artikel in Making Games

Wie versprochen hier nun der abgedruckte Artikel in der Entwicklerzeitschrift Making Games.

Für mich als Entwickler schon eine große Freude, einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben zu haben. Und das Coole daran – aber das wusste ich damals Mitte 2013 noch nicht: Iwan aka shlainn, der nun 2. Entwickler bei eXperinox, hat mich dadurch „entdeckt“.

WENN IHR WÜSSTET …
… WIE EGAL MIR EIN FLOP IST!

Horst Gassner ist Indie-Developer, sein Browsergame eXperinox entwickelt er ausschließlich in seiner Freizeit. Wie er zur Kommerzialisierung seines Spiels steht und was er vom ständigen Flop-Gerede hält, erzählt er uns im Artikel.

Glückwunsch, dein erstes Indie Game ist ein Flop! Nicht gerade
aufbauend, wenn man so etwas als Indie-Entwickler zu lesen bekommt. Aber wisst ihr was? Das ist mir so etwas von egal!

Klar will niemand das eigene, mit viel Herzblut erstellte Spiel als
Flop eingestuft wissen. Aber immer ist nur die Rede vom wirtschaftlichen Erfolg. Fünf Jahre Freizeiteinsatz, in Summe bisher über 9.000 Stunden als Zweierteam, darunter unzählige Skype-Sessions (ja, wir sind quasi ein interkulturelles Team, bestehend aus
einem Deutschen und einem Österreicher), in denen wir das Spieldesign für »eXperinox« austüfteln. Dieser Zeiteinsatz entspricht in etwa fünf Personenjahren. Und ja, würde man diese gerne bezahlt wissen, so grenzt es wohl tatsächlich an Optimismus, zu glauben, dass
sich das Spiel am Ende rechnet.

»Wenn ihr wüsstet … wie schwer das Indie-Leben wirklich ist!«, liest man in der Making Games 4/2012. Auch wenn Rene Dirks, ein
Indie-Entwickler in ähnlicher Situation wie wir, in diesem Artikel eher über die Schattenseiten berichtet, so fühlt man sich nach dem
Lesen nicht mehr allein mit all den Problemen und Herausforderungen. Finanzielle und persönliche Entbehrungen, immer wieder Zweifel, ob es überhaupt Sinn ergibt, sich in
einem Markt zu bewegen, der auch im Bereich Free2Play mittlerweile die Major Player auf den Plan gerufen hat.

Ein kleines Team gegen 500 oder sogar noch mehr Entwickler, nahezu null Budget gegen 100.000 Euro. Und als Techniker kaum Ahnung vom Marketing. »Das wird nie etwas!«, höre ich von vielen
Seiten, wenn das Gespräch auf unser Spiel kommt.

Wenn ihr wüsstet...
Wenn ihr wüsstet…

Eine etwas andere Floskel als Synonym für »Flop«. Auch diese Leute denken in erster Linie nur an die finanzielle Seite, denn warum sonst sollte jemand über Jahre hinweg den Großteil seiner Freizeit opfern? Ich sage, aus den folgenden Gründen:

1. Spieldesign ist Kunst

Wir haben auch nach über fünf Jahren noch sehr viel Freude am Entwickeln unseres Spiels und es macht ungemein Spaß, am Design zu tüfteln. Ein Spiel ist aus unserer Sicht in erster Linie eine Kunstform. Und Kunst muss und darf man nicht nur aus dem Blickwinkel des wirtschaftlichen Erfolgs betrachten!

2. Durchhaltevermögen

Was wir sehr vielen Entwicklern voraushaben: Unser Spiel ist online! Wir haben damit uns und allen Zweiflern bewiesen, dass wir bis zum Ende durchhalten. Wenn man Statistiken glauben darf, dann sind wir damit weiter gekommen als 95 Prozent der anderen Spieleentwickler,
die ein Spiel in ihrer Freizeit erstellen wollen. Auch darauf sind wir stolz!

3. Lernkurve

Im Rahmen der Entwicklung unseres Spiels haben wir viel gelernt, sei es im Hinblick auf Server-Technologien, Client-seitige Technologien
oder die Erstellung von Grafiken und Videos. Am Rande haben wir uns außerdem noch mit Marketing angefreundet, Facebook-
Seiten und Twitter näher kennengelernt sowie Google AdWords getestet.

4. Unsere Spieler

Seit Mitte August 2012 fliegen die ersten Spieler durch unser noXiversum. Die Rückmeldungen sind bislang sehr positiv, was das Spieldesign und den Spielspaß angeht. Auch wenn wir gerne
schon jetzt etwas mehr Spieler hätten – wir sind davon überzeugt, dass letztlich ebenso hier unser Durchhaltevermögen belohnt wird.

Wir haben Ideen für mehrere Jahre niedergeschrieben und sind motiviert, diese nach und nach umzusetzen. Wie auch Rene Dirks
geschrieben hat: den Weg der kleinen Schritte gehen und sich nicht entmutigen lassen! Flop? Alles nur eine Frage der Definition!

Horst Gassner

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