Devs Play: Factorio – Teil 2

Im ersten Teil meines Let’s Plays von Factorio ist Ingenieur Iwan auf einem fremden Planeten notgelandet und hat begonnen Ressourcen zu fördern um die Weltherrschaft an sich zu reißen ein Notsignal nach Hause zu senden und gerettet werden zu können. Wie schon letztes Mal werde ich, wenn es sich ergibt aus meiner Perspektive als Spieleentwickler kluge Kommentare aus dem Off dazuzugeben.

Entwickler Iwan sagt: An diesen Einleitungstexten müssen wir noch etwas arbeiten,,,

Logbuch: Tag 12

Wer findet den Fehler in diesem Bild?

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Zur Erinnerung: Das ist mein Industrieimperium. Die Fließbänder liefern Kohle und Eisen zu Schmelzöfen, die dann daraus Eisenplatten herstellen. Oben im Bild meine kohlenbetriebenen Minenbohrer die Eisen abbauen sollen.

Richtig! Gut beobachtet! Mein Minenbohrer fördert nichts, denn ihm ist die Kohle ausgegangen 🙁 Meine Hauptbeschäftigung dieser Tage ist es, Kohle in Minenbohrer zu schaufeln. Ich könnte natürlich die Kohle per Fließband bis zu meiner Mine fördern lassen um die Bohrer zu befeuern, aber überall Fließbänder zu verlegen ist auch keine Lösung. Ich brauche den magischen Saft moderner Technologie – ich brauche elektrischen Strom!

In Ermangelung eines handlichen Fusionsreaktors oder einer kleinen Materie-Antimaterie-Reaktionskammer (Notiz an mich selbst: Beim nächsten Absturz auf einem unbewohnten Planeten unbedingt mitnehmen) kommt mir wieder die graue Vorzeit von Kohlekraft und Fließbändern ins Gedächtnis – und damit auch der Motor der Industriellen Revolution: Die Dampfmaschine! Nun, was ist eine Dampfmaschine? Da stellen wir uns mal ganz dumm und sagen: Eine Dampfmaschine ist ein großer schwarzer Kasten, und der hat vorne und hinten ein Loch. Durch das eine Loch kommt der Dampf rein – und über das andere Loch reden wir später.

Der Dampf kommt aus einem (kohlebetriebenen) Boiler – das ist zumindest nur eine zentrale Stelle an die ich Kohle liefern muss – das Wasser dafür fördert eine Pumpe aus dem nahe gelegenen See.

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Zur Anschauung: Eine Dampfmaschine.

Kleiner Haken an der Sache: Für die Pumpensteuerung brauche ich ein paar elektronische Schaltkreise. Für Schaltkreise brauche ich Kupfer.  Für Stromleitungen auch. Glücklicherweise lebe ich direkt neben einer reichen Kupferader…

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Meine letzte kohlebetriebene Bergbauaktion…

Entwickler Iwan sagt: Maschinen in Factorio benötigen Energie – entweder direkt aus Brennstoffen oder eben elektrisch. Zu dieser Regel gibt es zwei bedeutende Ausnahmen: Wasserpumpen und Fließbänder. Das scheint unlogisch, macht aber Gameplay-technisch durchaus Sinn: Zum Einen erleichtert das früh im Spiel die Logistik – da man Fließbänder verwenden kann bevor man eine Stromversorgung aufgebaut hat. Dadurch ist der Spieler nicht darauf festgelegt als allererstes ein Stromnetz aufzubauen sondern kann seine erste Basis mit direkt Brennstoff-betriebenen Förderanlagen und Schmelzöfen aufbauen.
Zum anderen würden Energie benötigende Fließbänder die Empfindlichkeit der gesamten Anlage gegenüber Störungen stark steigern. Wenn Brennstoff auf Fließbändern zu den Boilern befördert wird, kann jede Störung (Umbauten durch den Spieler, Mine hat keine Kohle mehr, …) zu einer Situation führen aus der sich das System nicht mehr erholen kann – der Teufelskreis „Kein Strom -> kein Transport der Kohle zu den Boilern; Keine Kohle in den Boilern -> kein Strom“ wäre perfekt. So wie es jetzt ist muss der Spieler nur immer dafür sorgen dass Brennstoff produziert wird, und das System kann sich von Störungen erholen sobald der Brennstoff bei den Boilern ankommt*.
Und für diejenigen denen das zu einfach oder zu unrealistisch ist, gibt es da draußen bestimmt irgendwo einen Mod…

* wenn der Spieler elektrische Greifer verwendet um die Kohle vom Förderband in die Boiler zu schaufeln und dafür keine alternative Stromversorgung existiert, kann man sich natürlich immer noch hervorragend selbst ins Knie schießen – zu einfach soll es ja auch nicht sein.

Logbuch: Tag 14

Meine Dampfmaschine dampft und produziert Strom – solange die Boiler gut unter Feuer stehen. Um die Kohleversorgung sicherzustellen, bekommt meine Kohleförderanlage im Süden ihr eigenes kleines Kraftwerk – ehrlich gesagt war ich zu geizig kilometerweise Stromleitungen bis dahin zu verlegen.

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Meine Damen und Herren: Die Zukunft! Elektrisch betriebene Förderanlage für Kohle – mit eigener Kraftwerkseinheit. Bestellen Sie noch heute!

Logbuch: Tag 21

Hinweg mit der alten stinkenden kohlebefeuerten Ausrüstung – her mit den effizienten elektrischen Förderanlagen und Greifern. Nicht nur müssen die nicht mehr regelmäßig mit Kohlebrocken gefüttert werden, sie arbeiten auch schneller und effizienter! Und keine Rußwolke mehr über der Basis hängen zu haben ist auch eine schöne Abwechslung.

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Man sagt, Landschaftsfotografen haben immer eine Drahtschere im Gepäck um die störenden Stromleitungen zu kappen. Wenn ich je einen davon hier erwische…

Ich habe meine Metallverarbeitung um eine Kupfermine erweitert. Derzeit wird das Kupfer in den gleichen Öfen geschmolzen wie das Eisen – langfristig werde ich das aber wohl trennen. Die fertigen Metallplatten auseinanderzusortieren nervt.

Logbuch: Tag 22

Langsam komme ich an die Grenze dessen, was ich im Kopf designen kann. Für komplexere Projekte brauche ich ein Labor mit ein paar Computern. Nachdem meine Kupferproduktion in den letzten Tagen immer neue Rekordhöhen erreicht hat, sollten die paar Schaltkreise kein Problem sein

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Ein paar Fließbänder, ein paar Zahnräder, ein paar Schaltkreise – und fertig ist das Forschungslabor

Aber welches Projekt soll ich als erstes starten? #zuvieleideen

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So viele Technologien zu erforschen! [Anmerkung: Die Entwickler haben für die kommende Version 0.13 einen richtigen grafischen Techtree angekündigt. Die aktuelle Darstellung ist anfangs etwas… erschlagend]
Logbuch: Tag 24

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Ich stehe. Vor meinem Labor.

Mein Labor steht. Wörtlich. Es läuft nicht. Es steht. Ich habe es mir etwas zu einfach vorgestellt – ich schicke Strom rein und die Computer errechnen mir Baupläne für neue Maschinen. Was ich natürlich nicht bedacht habe, ist dass man manchmal nicht umhin kommt einen Prototyp zu bauen um zu sehen ob eine Idee funktioniert. Und in weiser Voraussicht habe ich dafür sogar Ausrüstung ins Labor eingebaut! Aber aus leerer Luft geht das nicht. Mein Labor ist also auf eine stetige Versorgung mit Forschungsmaterialien angewiesen.

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Forschung wird nie etwas anderes als Kupferplatten und Zahnräder brauchen.

Damit ist auch klar welche Technologie ich als erstes brauche: Wenn ich es nicht bald automatisieren kann, kleine Päckchen aus Kupferplatten und Zahnrädern zu schnüren, verliere ich den Verstand.

Entwickler Iwan sagt: Die Labore kontinuierlich mit Science Packs (später verschiedene Sorten davon) versorgen zu müssen passt gut zum Spielkonzept von Factorio und eröffnet interessante Entscheidungen für die Spieler. Will man schneller forschen braucht man mehr Labore, aber muss eben auch mehr Science Packs produzieren. Damit steht man vor der Frage: Warte ich lieber länger und kann dafür zeitgleich andere Dinge produzieren, oder leite ich meine gesamte Produktion in die Forschung um schneller neue Gadgets zu bekommen?

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