Frust statt Lust – Rahmenbedingungen und Zuordnungen

Frust statt Lust – Rahmenbedingungen und Zuordnungen

Nachdem sich in den letzten beiden Beiträgen der Reihe „Frust statt Lust“ alles um Handlungsaufforderungen und Signalgeber gedreht hat, geht es diesmal um Rahmenbedingungen und Zuordnungen. Zwei weitere, psychologische Konzepte der Prinzipien der Interaktion mit einem Produkt / einem Browserspiel etc. .

Klingt jetzt etwas trocken – ist es aber nicht 🙂 .

3. Rahmenbedingungen

Ob wir ein Produkt als gut bedienbar empfinden, hängt auch von den Rahmenbedingungen ab, unter denen wir es bedienen.

Man unterscheidet grundstätzlich zwischen 4 verschiedenen Rahmenbedingungen: physisch, kulturell, semantisch (Bedeutung) und logisch.

Physische Rahmenbedingungen

Physische Rahmenbedingungen sollen Handlungen in der Art einschränken, damit man die erlaubten Aktionen auf den ersten Blick erkennen kann.

Physische Einschränkung - in dem Fall gut
Physische Einschränkung – in dem Fall gut

Ein Beispiel für schlechtes, physisches Design kennt jeder: die Batterie. Eine Batterie kann man problemlos falsch in ein Gerät einsetzen – und es damit im schlimmsten Fall zerstören. Die +/- Markierungen in den Gehäusen sind zudem häufig schlecht sichtbar.

Ein weiteres Beispiel für nicht gerade gelungenes Design stellt ein USB-Stecker dar. Hier ist der physische Unterschied zu gering, um auf den ersten Blick zu erkennen, in welcher Ausrichtung man den Stecker einstecken muss. Warum wurde der Stecker nicht so designed, dass es egal ist, in welcher Ausrichtung man den Stecker einsteckt? Sieht nach einem Kompromiss aus (Kosten?).

Kulturelle Rahmenbedingungen

Jeder Kultur kennt ihre eigenen Regeln. Dass man von links nach rechts liest, ist nicht in jeder Kultur der Fall. Models in knapper Kleidung sind im westlichen Kulturkreis eher unproblematisch, in östlichen Kulturkreisen aber ein absolutes Tabu.

Semantische Rahmenbedingungen

Ein Beispiel für eine semantische Rahmenbedingung ist das Visir eines Motorradfahrers. Dieses ist immer vorne. Was richtig ist, lernen wir durch Erfahrung. Fahrtwind kommt von vorne. Und auch die Augen befinden sich dort 🙂 .

Logische Rahmenbedingungen

Wenn man etwas zerlegt und dann wieder zusammenbaut, dann sollte am Ende kein Teil übrig bleiben. Tut es das doch, hat man etwas falsch gemacht.

Oder wenn bei der Montage eines Regals sich Schrauben sehr ähneln, kann man häufig aufgrund deren Anzahl feststellen, welche Schrauben wofür eingesetzt werden müssen. Man benutzt also seine Logik, um die richtigen Schrauben an den dafür vorgesehenen Stellen zu verwenden.

4. Zuordnungen

Das vierte grundsätzliche, psychologische Konzept im Rahmen der Bedienbarkeit eines Produktes ist das Mapping bzw. die Zuordnung von Elementen.

Anders ausgedrückt – es geht um Beziehungen. Um Beziehungen zwischen zwei (oder mehr) Objekten.

Wenn sich zum Beispiel in einem Raum 3 Lichterreihen befinden und es 3 Lichtschalter gibt, so bestimmt die Zuordnung, welcher Schalter welche Lichter bedient.

Wenn man bei einem Joystick den Hebel nach oben drückt, erwartet man, dass sich das zu steuernde Objekt nach oben bewegt.

Vorschau

Beim nächsten Mal steht das Feedback im Mittelpunkt. Wie reagiert man auf Handlungen des Benutzers richtig?

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