Barrierefreie Webseiten

Barrierefreie Webseiten

Na, ist deine Webseite schon barrierefrei? Nein? Dann solltest du dich spätestens jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen!

Was bedeutet Barrierefreiheit konkret? Was muss ich tun, damit mein Webauftritt als barrierefrei angesehen wird? Muss ich sämtliche Inhalte barrierefrei gestalten?

Im ersten Teil dieses 2-teiligen Artikels geht es um die Definition aus nicht technischer Sicht. In Teil 2 gehe ich dann auf die technische Umsetzung näher ein.

Was bedeutet Barrierefreiheit?

§ 6 Abs. 5 BGStG (Bundesbehindertengleichstellungsgesetz)
„Barrierefrei sind …Systeme der Informationsverarbeitung … wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“

Barrierefreie Webseiten
Barrierefreie Webseiten

Laut Gesetz obliegt die konkrete Umsetzung, um diesen Anspruch zu erfüllen, bei jedem Einzelnen. Es gibt Richtlinien im Netz, was das bedeutet, aber keine konkreten, gesetzlichen Vorgaben.

Zumutbarkeitsprüfung

Zumutbarkeitsprüfung § 6 BGStG
Die Beseitigung einer Barriere zum Schutz vor Diskriminierung ist unter bestimmten Bedingungen zumutbar. Durch die sogenannte Zumutbarkeitsprüfung wird beurteilt, welche Maßnahmen dabei zu setzen sind.

Unzumutbar ist die Umsetzung der Barrierefreiheit dann, wenn:

  • der damit verbundene Aufwand unzumutbar hoch ist
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Erstellers des Webangebotes nicht ausreicht

Das klingt alles recht schwammig, was es dem Webseitenbetreiber schwer macht, zu entscheiden, was er nun konkret umsetzen soll oder nicht.

„Jedenfalls sind sämtliche zumutbaren Maßnahmen zu treffen, die eine maßgebliche Verbesserung der Situation der betroffenen Personen im Sinne einer größtmöglichen Annäherung an eine Gleichbehandlung bewirken.“

Alles klar? Nein? Grob gesagt: alles irgendwie Auslegungssache! Aber der Kern der Botschaft ist klar: mit dem Thema beschäftigen und auf jeden Fall das umsetzen, was sich einfach umsetzen lässt, um den Webauftritt barrierefreier zu machen.

WCAG

Die Web Content Accessibility Guideline (WCAG) ist eine Richtlinie, welche die Zugänglichkeit von Webinhalten behandelt, mit dem Ziel, Webinhalte für Menschen mit Behinderungen barrierefreier zu gestalten.

Folgende 4 Richtlinien werden in WCAG angeführt (was das konkret bedeutet, wird weiter unten beschrieben):

  • Wahrnehmbar
    Informationen und Bestandteile der Benutzerschnittstelle müssen den Benutzern so präsentiert werden, dass sie diese wahrnehmen können.
  • Bedienbar
    Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein.
  • Verständlich
    Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.
  • Robust
    Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer großen Anzahl an Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken interpretiert werden können.

Wahrnehmbar

Sämtliche Inhalte, die nicht Text basiert sind (wie z.B. Steuerelemente, Bilder, Audio, Video), müssen alternative, beschreibende Texte haben.

Für Audio und Video – in WCAG „zeitbasierte Medien“ – sollen Alternativen zur Verfügung gestellt werden (z.B. Untertitel).

Beziehungen zwischen Elementen der Webseite müssen zur Verfügung gestellt werden (zum Beispiel Tabs in einem Tab-Panel).

Auch für den Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund gibt es Empfehlungen.

Bedienbar

Alle Bedienelemente müssen auch mit der Tastatur erreicht werden können. Für Bedienelemente, die einen Fokus erhalten können, muss die Reihenfolge logisch sein (z.B. Bedienblöcke berücksichtigen).

Inhalte, die sich automatisch aktualisieren, müssen pausiert, ausgeblendet oder beendet werden können.

Um Anfälle zu vermeiden, darf es keinen Inhalt geben, der innerhalb einer Sekunde mehr als 3x blitzt.

Verständlich

Die voreingestellte Sprache einer Webseite muss von Software ausgelesen werden können.

Konsistente Navigation: sich wiederholende Bestandteile über mehrere Webseiten müssen immer in der gleichen Reihenfolge auftauchen.

Wenn Eingaben erforderlich sind, müssen entsprechende, beschreibende Labels zur Verfügung gestellt werden. Im Fehlerfall muss eine mögliche Korrekturbeschreibung angeboten werden.

Robust

Der Name und die Rolle eines jeden Bedienelementes einer Webseite müssen eindeutig und einzigartig sein sein. Das ist wichtig für unterstützende Software, wie zum Beispiel Screenreader.

Im nächsten Teil gehe ich auf die Umsetzung barrierefreier Webseiten ein – also auf die Umsetzung oben genannter Richtlinien.

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