Gibt es einen Markt für F2P-Games?

Gibt es einen Markt für F2P-Games?

Ja, klar gibt es noch einen Markt für F2P-Games!

Allerdings haben diese größtenteils die Big-Player für sich vereinnahmt und das ursprüngliche Konzept immer mehr kaputt gemacht. Immer mehr kaputt in dem Sinne, dass die Spiele immer mehr zu Pay to Win (P2W) wurden.

Erwartungen der Spieler

Das kommt natürlich nicht von irgendwo her. Die Erwartungen der Spieler steigen immer mehr, da die Spieler im Laufe der Zeit immer öfter mit opulenten Grafiken verwöhnt werden. Die Entwicklung eines Spieles wird damit immer teurer, denn irgendwer muss diese Grafiken ja auch erst erstellen. Und irgendwie muss man das Geld ja auch wieder hereinspielen. Denn man hat Mitarbeiter zu bezahlen und damit natürlich auch eine gewisse Verantwortung.

Grünes Zeug

Trotzdem kann ich dieses zumeist grüne und oft als Tritium bezeichnte Mangelgut schon nicht mehr sehen! Wenn ich bereits nach dem 3. Klick sehe, wie viel schneller ich sein könnte, wenn ich mir nur das Super-Mega-Oberhammer-Sparpaket an Tritium zulegen würde! Kostet diese Woche (und nur diese Woche!) schlappe 59€. Satte 70% gegenüber dem Startpaket für Arme gespart!

Topangebot!
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Dafür kann ich 25% schneller bauen, bekomme einen Ressourcenbonus beim Abbau von Stritzium und was der Geier noch alles. Der mit dem größten Konto ist in der Rangliste dann auch am weitesten vorn. Wale aller Herren Länder vereinigt euch und prügelt / kauft euch um die ersten Plätze!

Monetarisierung first!

Artikel im Netz, die die „richtige Herangehensweise“ zum Entwickeln eines F2P Spieles beschreiben, meinen häufig, dass zuerst das Konzept der Monetarisierung stehen müsste, denn diese im Nachhinein in ein fertiges Spiel einzuführen, sei einfach der falsche Weg. Es würde zu aufgesetzt wirken. Nicht stimmig zum Spielkonzept sein.

Blödsinn, sage ich! Das Ergebnis sind genau diese „Tritium-schwangeren“ Spiele, bei denen man als Spieler von Beginn an das Gefühl hat, dass sich hier alles nur ums Kohle machen dreht. Ich kann dazu nur den Kopf schütteln. Denn was dann sehr oft auf der Strecke bleibt, ist ein durchdachtes Spieldesign.

Spätestens wenn man die Spielidee vor lauter Hinweisen auf kaufbare Gegenstände kaum noch erkennen kann, dann läuft etwas gehörig schief. Dann war der Ansatz „zuerst ein Monetarisierungskonzept erstellen“ wohl doch nicht der richtige. Spieler sind nicht dumm, die merken so etwas sehr schnell.

Liebevolle Grafiken

Eine liebevoll erstellte Portalseite lockt die Spieler an. Sie lässt deren Augen strahlen und sie mit Begeisterung den Registrieren-Button klicken.

Und wenn das Spiel selbst nach erfolgreicher Anmeldung auch noch durch liebevolle Details aufwartet, wie aufgewirbelter Staub oder über den Bildschirm hopsende Tiere aller Art, animierte Raumschiffgrafiken usw., dann hat man den Spieler erst einmal an der Hand. Er klickt sich mit hoher Erwartung durch die Menüs, startet seine ersten Aktionen. Und dann?

Anfixen

Dann kommt der erste Hinweis, dass man den Bau beschleunigen könnte oder ein weiteres Gebäude gleichzeitig starten könnte, wenn man etwas grünes Zeug dafür einsetzen würde. Selbstredend, dass man als Startbonus genug grünes Zeug hat, um das auch zu tun. Man will dem Spieler dieses Erfolgserlebnis gönnen und zeigen, wie gut es sich anfühlt, wenn so ein Gebäude in Null-Komma-Nichts hochgezogen wird.

Vielleicht darf man dieses Erfolgserlebnis noch ein 2. Mal haben, ohne darauf hingewiesen zu werden, dass dieses Tritium nur äußerst selten vorkommen würde, man es aber auch – oh Wunder – über einen Händler kaufen könnte. Manchmal noch hinter einer Ingame-Währung versteckt. Und diese kann man dann gegen echte Euros kaufen.

Frage nicht beantwortet! Setzen!

Das beantwortet aber nicht die eingangs gestellte Frage, ob es noch einen Markt für F2P (oder besser „Freemium“) Spiele gibt. Themenverfehlung. Nicht genügend! Setzen!

Doch, es beantwortet die Frage dahingehend, dass man es heutzutage sehr schwer hat, mit dem Begriff F2P noch Spieler anzulocken! Dieser Begriff wurde mittlerweile überstrapaziert / missbraucht und auf ihm lastet der Ruf der „Abzocke“. Deshalb greifen die Big Player mittlerweile zu TV Werbung und geben große Summen für Marketing aus, um Spieler in ihre Spiele zu locken.

Geld, das Indie- und / oder Hobbyentwickler in der Regel nicht zur Verfügung haben. Und damit den Markt bzw. die potentiellen Spieler nicht erreichen. Den Markt gibt es aber definitiv!

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